Aller Anfang ist schwierig, doch es ist an der Zeit die negativen Gedanken zu unsportlich sein aus dem Weg zu räumen und das ganze mal anders anzugehen.
Du möchtest was ändern? Dann musst du auch was tun. Das ist für viele schon mal ein Abturner, bis man sich genauer vor Augen führt, wofür man etwas macht. Wofür willst du es tun? Für dich? Dann sollte das doch machbar sein, oder nicht?

unsportlichEwigkeiten auf Instagram verbringen, die perfekte Formel finden, wie man mit wenig bis keinem Sport was ändern kann, sich gesund ernährt aber trotzdem jede Mittagspause eine Pizza essen kannso klappt das nicht. Auch verdrängen ist keine Lösung.
Sport ist nicht der Gegner. Niemand ist unsportlich. Vergesst das, lasst die Klischees und Entschuldigungen los. Sport ist vor allen Dingen nichts, wofür man sich schämen sollte. Sich als unsportlich zu bezeichnen ist mit Vergangenheit, Sportlehrern und Klassenkameraden leider unglaublich leicht und meist auch die einzige Chance sich selbst ein wenig fehlende Fähigkeiten und Möglichkeiten zu erklären und zu rechtfertigen. Das ist jedoch überhaupt nicht schwach, lächerlich oder schlecht, sondern traurig, denn es ist nicht deine Schuld. Es ist nicht deine Schuld, dass du dich schlecht fühlst, weil du im Schulsport die vorgegebenen Runden nicht in den 5 Minuten schaffst, es ist die Schuld der Pädagogen. Kinder und Menschen sollten (außer im Sport LK vielleicht) nicht an ihren sportlichen Leistungen gemessen werde. Es muss die Möglichkeit geben Sport wertungsfrei zu treiben. Weg mit den Sportnoten, her mit flexiblen Fächern. Beispielsweise 6 von 8 Fächern werden benotet, in Zweien hat man einen Freifahrtschein Diese Fächer können dann gewählt werden zwischen kreativen Fächern (Musik, Kunst, Textilgestaltung etc.) und Sport.
Sport MUSS eine Bewegungsförderung bleiben und keine Leistungsschmiede. Wir leben nicht mehr in 1943.

Es ist auch nicht deine Schuld, dass du dich mit 80kg bei 1,75 zu dick fühlst, das ist die Schuld der Gesellschaft, die meint, dass es immer noch perfekte Körpermaße gibt und, dass Schönheit an Kleidungsgrößen und Körperfettanteil gebunden ist.

Genau das ist aber auch der Punkt an dem du ansetzen musst. Es ist nicht deine Schuld, dass du dich als unsportlich bezeichnest, beziehungsweise, dass du den sportlichen Standards der Gesellschaft nicht entsprichst. Schuld sind die Leute, die meinen das Recht zu haben Kleidergrößen, Leistungen, Kilometer oder Gewicht als Standard für irgendwas festzulegen. Dabei sind wir alle anders.
Leg die Vergleiche ab. Block die Instagram Accounts und Mute die Hashtags, alles was du zum Sport machen, fit sein und gesund sein brauchst, bist du. Niemand anderes sonst.
Sportlichkeit ist kein Privileg der fitten Menschen. Sportlichkeit definiert nur die Möglichkeit sich zu bewegen – und die hast du. Deshalb bist auch du sportlich.

unsportlichDu wirst nicht von jetzt auf gleich fit, doch der Anfang ist meist einfacher als man denkt.
Eine gute Möglichkeit um loszulegen, ist ein Grund und ein Ziel.
Setze dir dein Ziel, der Gedanke ich möchte fit werden muss ja irgendwo her kommen.
Dann schaff die perfekten Rahmenbedingungen. Das heißt NICHT, dass du dich direkt im Fitnessstudio anmelden sollst. Das ist zwar vollkommen legitim, für Leute, die komplett neu anfangen mit Sport aber meistens absolutes Kryptonit und nur eine Schande für den Geldbeutel.
Fang klein an. Wühl mal den Schrank durch. Hast du noch Sportklamotten? Sind die funktional? Nein? Dann ab ins örtliche Aldi, Lidl oder Tchibo, denn auch wenn du im ersten Moment schmunzelst, haben diese Läden Sportsachen für casual Sportler, die preislich und qualitativ super sind. Schnapp dir aus dem Deichmann oder dem Sportladen noch ein Paar Sportschuhe und los gehts. Die sind nämlich einfacher gekauft als man denkt. Keine 50€ muss man am Anfang investieren. Sollen sie länger halten, muss man natürlich ein wenig mehr investieren. Doch auch große Ketten wie Intersport haben oft günstige Angebote von Marken wie Adidas und Nike. Lasst euch beraten, macht eine Laufbandanalyse und sprecht an, dass ihr erst anfangt, dann solltet ihr tolle Hilfestellungen bekommen.

Der nächste Schritt ist herausfinden, was du machen möchtest. Fährst du gerne Rad? Dann setz sich doch einfach mal drauf, mach dir ein Hörbuch an und teste aus wie lang du mit gutem Atem zügig fahren kannst. Ich fahre viel Fahrrad und wenn ich gezielt Rad fahre, fahre ich so 15km. Rad fahren ist super um am Anfang die Ausdauer ein wenig hochzuprügeln, ohne sich dabei völlig zu verausgaben. Ausdauer ist nämlich der Teil der Kondition, der am schnellsten zu trainieren ist. Ausdauer und Kondition sind nämlich nicht das gleiche, das erkläre ich aber irgendwann mal separat.
Oder schwing dich mal ins Schwimmbad! Im Abendschwimmer-Tarif kann man schon für ein paar Taler recht günstig schwimmen gehen.
Als Anfänger sollte dein Ziel also sein deine Ausdauer (Kardiotraining) ein wenig zu verbessern und die Fitness ein wenig zu pushen. Ein Mal in der Woche laufen gehen sollte also für den Anfang völlig ausreichend sein, wenn man nur ein wenig fitter sein will. Wer abnehmen will, muss da leider noch ein wenig tiefer in die Sportschuhe schauen. Anstatt laufen gehen, geht natürlich auch der Stepper im Fitnessstudio oder das Fahrrad, da müsst ihr eure Grenzen und Möglichkeiten einfach mal austesten. Am Anfang würde ich eine Strecke von ca. 2km empfehlen. Hier ist es ganz wichtig, dass die Zeit absolut keine Rolle spielt. Ich bin als Basketballerin eine Ausdauer-Nudel, doch versuche immer so 4-5km zu laufen. Zeit ist mir vollkommen egal, Hauptsache ordentlich strukturiert. Dabei mache ich mittlerweile nur noch eine Pause um mich zu dehnen, da meine Knie OPs eine leichte Muskelatrophie im Oberschenkel mit sich gebracht haben. Die Pause mach ich nach ziemlich genau 2km. Also los ab in den Wald oder auf den Sportplatz und lauft los. Versucht dabei euer Tempo zu kontrollieren. Apps wie Nike Running oder Runtastic helfen unerfahrenen Läufern wirklich sehr weiter. Dort könnt ihr eure Geschwindigkeit dauerhaft kontrollieren. Wer also 2km für den Anfang in 20 Minuten laufen will, sollte bei 6km/h liegen. Probiert einfach mal rum, lauft in Ruhe und erlaubt euch Pausen.

pexels-photo-175947Wer jetzt noch ein mal in der Woche 30 Minuten Fitness macht, ist schon mal gut dabei. Beim Fitness könnt ihr machen was ihr wollt, das Wichtigste was ihr euch merken müsst: Ganzer Körper. Behaltet diese zwei Worte immer im Kopf, denn was bringt euch ein starker Rücken, wenn euer Bauch schwach ist? Wer kennt es nicht, das klassische Pumper-Bild mit dem Typen, der den Bizeps mit dem Umfang des Äquators hat, aber Beine wie Fischstäbchen? Das will keiner. Auch wir nicht. Sucht euch ordentliche Ganzkörper-Work-Outs (Youtube, Blogs etc. -> Liste/Ideen/Vorschläge folgen separat) und schaut, dass ihr euren ganzen Körper stark bekommt. Auch Apps wie Nike+ Training oder Bodyweight liefern kostenlosen Zugang zu unzähligen Work-Outs – probiert da mal rum! Dazu eignen sich auch super KSÜ-Übungen(mein Work-Out), die Übungen stabilisieren den ganzen Körper und fördern Kraft und Kraftausdauer mit reinem Eigengewicht. Eigengewichtübungen sind sowieso immer super, weil man erst mal versteht wie viel Masse man seinem Po, Beinen und Rücken täglich eigentlich zum Tragen zumutet.

Alles vor sich herschieben ist leicht, aber du möchtest was ändern? Dann solltest du deinen Bezug zum Sport überdenken. Sport wird niemals ein Privileg für irgendwen sein und sollte im Hobbysport erst recht über keinen Leistungszwang verfügen Sport ist das, was du daraus machst, nicht, was dir jemand vorgibt. Du kannst bestimmen wie gesund zu dich fühlen möchtest und wie präventiv und gut du mit deinem Körper umgehst, denn alles was du jetzt tust, legt den Baustein für deine körperliche Zukunft, also geh raus und fang an – dir zuliebe.

2 thoughts on “How To Healthy #1 – Unsportlich? Gibts das überhaupt?”

  1. Sehr schöner Text! Kann wirklich nur bestätigen wie wichtig es ist wenigstens nen bisschen was an Sport zu treiben und wie leicht es einem fällt, wenn man einmal angefangen hat.
    Ich war während der gesamten Schulzeit eigentlich schon wirklich unsportlich. Mit allen dazu gehörenden Problemen. Knieprobleme, fehlende Motivation, Rückenschmerzen und so weiter.
    Hab dann damit angefangen regelmäßig Schwimmen zu gehen und einfach ein paar Eigengewichtsübungen alle paar Tage zu machen. Die meisten der Probleme waren binnen Wochen verschwunden. Im Laufe meines Studiums habe ich damit begonnen regelmäßig mit Freunden ins Fitnessstudio zu gehen.
    Ich kann gar nicht sagen wie viel besser es mir seit dem geht und wie viel leistungsfähiger ich (auch in der Uni) bin.
    Der Anfang war auf jeden Fall das schwerste. Klar gibt es danach auch immer mal Morgende an denen man einfach keine Lust hat sich aufzuraffen. Aber das ist ja auch kein Problem wenn man trotzdem halbwegs am Ball bleibt. So lange man sich realistische Ziele setzt, bleibt auch die Motivation oben!

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