Bald stehen wieder Klausuren an, das heißt 1-2 Kilo mehr auf der Waage sind so gut wie eingeplant. Doch das muss nicht sein. Denn die Knabberei beim Lernen brauchen wir eigentlich gar nicht.

BrainfoodJeder kennt Dextro Energy und den Mythos um die augenblickliche Steigerung der Leistungsfähigkeit. Das ist auch gar nicht gelogen, doch wenn man den Prozess mal biologisch betrachtet, wird einem schnell bewusst, dass das keinem Langzeitzweck dient.

Bevor ihr für euch die perfekte Knabberei oder Lösung zum Lernen sucht, müsst ihr euch erst mal einen Plan machen. Wie lange will ich lernen? Wo will ich lernen? Wann will ich lernen?
Allein die richtige Zeit zu finden, in der du produktiv sein kannst, ist ein großer nerviger Krampf. Ich habe zum Beispiel während dem Abi festgestellt, dass ich super gut nachts lernen kann. Also anstatt von 22-2 Uhr morgens an der Konsole zu hängen, saß ich am Schreibtisch, habe in seelenruhig Trainingslehre und Motorikkreisläufe gepaukt.
Wenn du deine Zeit gefunden hast, solltest du gucken, dass du niemals hunrig lernst. Also vorher ruhig eine Ladung Nudeln rein schaufeln oder Kartoffeln. Der Körper braucht die Kohlenhydrate, genau so wie es Fette braucht. Also bloß nicht geizen mit dem Öl in der Pfanne, solange es gutes Öl ist. Gebt da ruhig ein paar Euro mehr mit aus, viele Lebensmittel brauchen das Fett zum Braten.
BrainfoodUnd was ist mit trinken?
Gleiches gilt hier. Zucker ist okay, aber keine Lösung. Lasst das Koffein weg und euren Körper selbst arbeiten. Ein Kaffee und Tee sind okay beim Lernen, aber absolut keine Notwendigkeit. Bringt das eurem Körper wieder bei, ihr habt das schließlich jahrelang verlernt. Wenn ihr in ein Mittagstief oder Lerntief kommt, trinkt zwei große Gläser Wasser. Das erfrischt und versorgt euch mit neuem Treibstoff. Grade wenn ihr in bestimmten Phasen viel lernt, müsst ihr noch mehr trinken. 2,5 Liter am Tag sollten der Standard sein. Das ist nicht leicht, aber übt das, euer Körper braucht es!
Kommen wir nun zu ein paar Mythen im Lebensmittel-Kosmos. Was ist das mit dem Traubenzucker? Traubenzucker ist Einfachzucker, kann also schneller in Energie umgewandelt werden als Mehrfachzucker (Stärke aus Kartoffeln oder Nudeln) und als Zweifachzucker (Milchzucker). Mit Traubenzucker kann man also den Blutzuckerspiegel schnell erhöhen und wird dadurch für kurze Zeit leistungsfähiger, fällt jedoch recht schnell wieder auf einen normalen Blutzuckerspiegel zurück. Folge sind dann Müdigkeit und Anstriebslosigkeit. Ähnlich wie mit Kaffee. Schöner erster Moment, dann kommt das böse Erwachen.

Ein weiterer Punkt, warum das Knabbern während dem Lernen gut funktioniert, ist das Gefühl der Entspannung. In der Psychologie wird Essen während Panikattacken und Angstkonfrontationen empfohlen, weil im Hirn Stoffe ausgeschüttet werden, die der Beruhigung dienen. Um das zu verstehen müssen wir ein paar Jahrtausende zurückreisen. Ähnlich wie der Fluchtinstinkt und die Angst selbst, hat dieser beruhigende Effekt seine Wurzeln in den Anfängen der Menschheit. Wenn wir essen wird dem Hirn suggeriert, dass wir uns in Sicherheit befinden. Wird Speichel produziert und beginnt der Magen zu arbeiten, können wir uns schließlich nicht in einer stressigen Situation befinden. In Stressituationen wird die Durchblutung der Magenregionen und des Mundraumes reduziert. Dem kann mit Essen gegengewirkt werden. Daher ist Kaugummi kauen und essen ein guter Trick um sich in diffusen Angstsituationen zu beruhigen.
Deshalb der absolute Protipp: kaut Kaugummi. Eurem Hirn wird suggeriert, dass ihr euch in einer entspannten Situation befindet und eure Mundmuskulatur hat auch noch zu tun. Damit vermeidet man ebenfalls Dinge wie das Knirschen mit den Zähnen vor Anspannung.

BrainfoodAlso, wer wirklich produktiv lernen möchte ohne dabei seinem Körper langsam aber sicher an seine Grenzen zu bringen, muss sich Folgendes merken: weg mit dem Zucker. So schwer es auch fällt. Vorher ordentlich Essen oder klare Essenspausen machen, in denen man mal aufsteht. Bleibt nicht stundenlang sitzen. Steht auf, bringt euren Kreislauf in Gang, damit vermeidet ihr Müdigkeit. Trinkt viel, besonders Wasser oder Tee. Den Tee dürft ihr natürlich süßen, aber probiert mal Honig anstatt Zucker und dann auch nicht so viel.
Dein Körper brauch den Traubenzuckerstapel vor deiner Nase nicht. Auch die Chips und Schokolade kannst du dir für abends vorm TV aufheben. Mach deinen Schreibtisch zur futterfreien Zonen, dein Körper braucht es nämlich nicht. Und falls du wirklich nicht anders kannst, greif zu Äpfeln, Bananen, Nüssen, Mandarinen oder der absolute Geheimtipp – Kaugummi.

2 thoughts on “How To Healthy #2 – Brainfood und Klausurenfutterei”

  1. Wieder mal ein sehr schöner Artikel, der mir sehr viel Mehrwert mitgibt. Nicht besonders wegen dem Inhalt, weil ich alles so bisher sowieso schon gehandhabt habe. Dennoch oder gerade deswegen gehe ich mit einem guten Gefühl „aus diesem Artikel raus“, weil ich mir imaginär auf die Schulter klopfen kann, dass ich es bisher richtig gemacht habe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*